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„LESEN FÜR ALLE“

Zur Motivation, einen Verlag zu gründen und eine Marke zu kreieren

Die Wort-/Bildmarke Lesen für alleIn der heutigen Zeit ist es technisch möglich, Bücher herauszugeben, die ohne großen Zusatzaufwand für alle lesbar sein können.

„Alle“ meint damit alle Menschen – jene, die jedes gedruckte Buch lesen können und auch jene, denen das durch körperliche Behinderungen erschwert oder verwehrt ist.

„LESEN FÜR ALLE“ ist eine Marke, die Bücher kennzeichnet. Sie sind  in gedruckter Form erhältlich und werden von uns auch in einer elektronischen Version angeboten und als CD-ROM geliefert, die auf Rechnern mit jedem Betriebssystem gelesen werden können.

Zu der zweiten Zielgruppe gehören Menschen, die blind oder sehbehindert sind, Menschen mit Lähmungen oder solche, die gedruckte Bücher nicht in Händen halten können. Ebenso ist das Lesen denen erschwert, die eine Leseschwäche haben und so beim Lesen eine Unterstützung benötigen oder auch Senioren, deren Sehvermögen sich verschlechtert hat.

All diesen Menschen steht häufig eine speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Computerausstattung zur Verfügung, die ihnen die gewünschten Informationen zugänglich macht.

Genau daraus entstand die Idee, diesen Menschen mit dem Computer lesbare Bücher zu liefern.

Der Verlag hatte in seinem Sortiment jedes Buch sowohl in gedruckter Form als auch auf CD-ROM angeboten.

Häufig wird mit einer CD automatisch ein Hörbuch gemeint – in dieser Version war es kein Hörbuch, denn alle körperlich beeinträchtigten Menschen wünschen sich, lesen zu können, um nicht zu Analphabeten zu werden.

Wesentlich ist, dass die Bücher in einem weit verbreiteten Standard-Format (PDF) auf den CD-ROM liegen. Sie können mit einem Programm gelesen werden, das für alle Rechnersysteme kostenlos verfügbar ist. So muss niemand der Lesenden zusätzlich Software erwerben.

Welche Erleichterungen bietet die Buchversion auf der CD-ROM?

Stellen Sie sich vor, dass Sie unter einer Sehschwäche leiden, die durch eine Brille nicht auszugleichen ist. Lesen wäre Ihnen dann nur möglich, wenn Sie das, was Sie lesen möchten, genau so vergrößern könnten, wie es Ihre Augen erfordern. Die derzeit häufig eingesetzten Lesegeräte sind nicht für jeden einfach zu handhaben – insbesondere Kinder tun sich schwer und verlieren durch die Vergrößerung leicht die Übersicht auf der Seite.

Eine gute Lösung stellen digitale Daten im Format PDF auf CD-ROM dar. Die Buchtexte sind darauf so gespeichert, dass sie sich individuell an die Bedürfnisse der behinderten Person anpassen lassen. Es ist möglich, die Texte genau so zu vergrößern, dass die jeweilige Person sie perfekt lesen kann. Damit die Orientierung in der Bildschirmansicht nicht verloren geht, ändert sich mit Vergrößerung der Schrift automatisch auch der Zeilenumbruch, so dass der Text in einzelne Worten untereinander anstatt nebeneinander auf dem Bildschirm zu sehen ist und ein hin und her rollen nach links und rechts nicht nötig ist – dadurch fällt es wesentlich leichter, den Überblick zu behalten und das Lesen wird wesentlich erleichtert.

Andere Sehbehinderungen erfordern beispielsweise eine Farbanpassung von Hintergrund und Schrift, um den Kontrast zu erhöhen oder eine Blendung zu verringern. Auch dies ist mit unseren CD-ROMs problemlos möglich, sodass auch Menschen mit solchen Erkrankungen einen leichten Zugang zu Büchern und Texten finden können.

Blinde stehen häufig vor der Herausforderung, sich in langen Büchern nicht gut zurecht zu finden, weil Überschriften zwar durch andere Textgrößen dargestellt werden, diese jedoch für Blinde so nicht erkannt werden können. So müssen sie häufig die Zeilenanfänge lesen, bis sie an die Position kommen, die sie suchen. Ihnen hilft die CD-Version, da sie so von einer Überschrift zur nächsten springen und sich den Inhalt schneller erschließen können.

Und dann gibt es noch die Menschen, die sich nicht bewegen können, dadurch auch kein gedrucktes Buch halten oder gar umblättern können, sich aber trotzdem danach sehnen, ein Buch so zu sehen wie ein gesunder Mensch, um denselben ästhetischen Gesamteindruck zu erhalten. Vielen dieser Menschen ist es noch möglich, zum Beispiel mit dem Mund eine Maus zu bedienen. Die PDF-Dateien auf CD-ROMs helfen auch hier, da sie es ermöglichen, ein Buch so zu sehen wie ein gesunder Mensch, auch ohne es in den Händen halten zu können.

Integratives Lernen wird beispielsweise möglich, wenn Lehrmaterialien für alle leicht bedienbar sind. Intuitives Lernen wird dann möglich, wenn die technologische Bedienung keine Brüche im Gedankenfluss bewirkt.

Stellen Sie sich vor, in einem Lexikon zu schmökern, in dem Sie einerseits mit einer Suchfunktion und aktiven Querverweisen schnell die gewünschten Informationen finden, zusätzlich zu Bildern Filmclips gezeigt werden können und Noten auf Mausklick die Musik ertönen lassen – und trotzdem können Sie Seite für Seite durchblättern und sich intuitiv von dem inspirieren lassen, was Sie gerade wahrnehmen …

Alle vorgestellten und noch viele weitere spezielle Anforderungen können berücksichtigt werden. Somit bieten Bücher im PDF-Format auf CD-ROMs eine mögliche Verbesserung der Lebensqualität der Menschen.

Jede CD-ROM des früheren Miteinander-Verlags war mit einem bunten Cover ausgestattet, welches sich vom Layout am Titel der gedruckten Ausgabe orientierte. Das Cover konnte aufgeklappt werden. Im Innenteil stand der Buchtitel in Großschrift. Zusätzlich gab es in jeder CD-ROM eine Einlage in Punktschrift, die den Buchtitel für Blinde lesbar machte – so lassen sich die verschiedenen CD-ROMs schon von außen unterscheiden.

Um das Angebot an Buchtiteln mit diesen Eigenschaften zu vergrößern, wurde eine Marke mit dem Titel „Lesen für alle“ gestaltet. Sie signalisierte auf den gedruckten Büchern, dass es diesen Titel auch in digitaler Form gibt.

Die Möglichkeit, dieses technische Potential zu nutzen war für mich einerseits technisch spannend und interessant. Andererseits begeisterte ich mich für den Gedanken, dass Bücher, die sowieso digital gesetzt werden, so genutzt werden könnten, dass Menschen, die wegen einer Behinderung im gesellschaftlichen Randbereich leben, unterstützt und damit bestehende Grenzen aufgehoben werden. Ausdrücklich wären die Möglichkeiten für alle nutzbar – denn die ausschließliche Konzentration nur auf den einen oder anderen Bereich wäre Spezialisierung, statt Integration – finde ich …

Ute Mitschke

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zuletzt geändert: 18.08.2011